Wie transportiert man den größten Diamanten der Welt?

Diamanten mit verschiedenen Karat. Wie die Cullinan I bis IX

Der 3.000-Karäter trat eine lange Reise an. Gefunden wurde der Rohdiamant namens Cullinan in den Minen von Südafrika, geschliffen von den meisterhaften Händen Asschers in Amsterdam und schließlich als Geschenk an Eduard VII, König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und Kaiser von Indien, auf seinem Landsitz in Sandrigham überreicht.

Begonnen hat diese lange Reise im Jahr 1905 mit einem Inspektionsrundgang durch die „Premier Mine“, in der Nähe der südafrikanischen Stadt Pretoria. Der Produktionsleiter Frederick Wells entdeckte den Diamanten in nur wenigen Metern Tiefe. Er ragte förmlich aus der Wand heraus, weswegen Wells ursprünglich von einem Scherz seiner Angestellten ausging. Allerdings stellte es sich nach einer eingehenden Prüfung heraus, dass es sich um einen 3.106 Karat schweren Edelstein handelte – den größten, der bisher je gefunden wurde. Der Diamant wurde nach dem Besitzer der Mine, Thomas Cullinan, benannt und ein Jahr später an die britische Kolonie Transvaal verkauft. Die Kolonie, der von der britischen Krone die Selbstverwaltung zugestanden wurde, beschloss dem König als Dank dafür den Cullinan zu schenken.

Cullinan I bis IX

1908 wurde einer der hervorragendsten Schleifer seiner Zeit, Joseph Asscher, mit der Verarbeitung des Cullinan beauftragt. Über Monate hinweg studierte er den Stein, bis er sich sicher war, das beste Ergebnis erzielen zu können. Er setzte sein  Werkzeug an, doch der Edelstein erwies sich als zäher als gedacht: die Klinge brach. Erst in einem zweiten Anlauf gelang es Asscher, den Diamanten wie vorgesehen zu teilen. Es kamen dabei neun große (Cullinan I bis IX) und 96 kleinere Teile heraus. Einen Teil der Edelsteine durfte sich Asscher als Lohn für seine Arbeit behalten.

Sterne von Afrika

Das größte Stück, der Cullinan I oder auch „Großer Stern von Afrika„, wiegt 530 Karat und wurde tropfenförmig geschliffen. Er befindet sich normalerweise im königlichen Szepter, kann aber herausgenommen werden und als Anhänger getragen werden. Auch einige der anderen Diamanten weisen eine „Doppelfunktion“ auf, so kann der Cullinan II (mit 317 Karat auch „Kleiner Stern von Afrika“ genannt“) aus der Königskrone entnommen und entweder als Brosche getragen, oder an den „großen Bruder“ angehängt werden.

Fintenreicher Versand

Doch wie kam der Stein nun von Südafrika über Amsterdam nach Großbritannien? Für seine Überstellung mit einem Dampfschiff wurden sehr hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Neben jeder Menge Wachen wurde auch Sicherheitspersonal inkognito eingesetzt. Doch sie alle bewachten nur eine wertlose Nachahmung. Der echte Cullinan wurde in einer simplen Holzkiste mit der britischen Post nach Europa geschickt.

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