Ein Leben nach dem Tod

Asche zu Diamant – Leben mach dem Tod

Was passiert, wenn wir sterben? Wohin gehen wir dann und wie wird es dort aussehen? Was die Seele betrifft, sofern man an eine glaubt, kann man das nicht genau wissen, aber den vielen Glaubensrichtungen nach gibt es zumindest das eine oder andere Konzept. Ob man nun in den Himmel oder die Hölle kommt, das hängt wohl von den Taten zu Lebzeiten ab. Wer sich aber sicher sein möchte, was zumindest mit dem Körper nach dem Tod passiert, der kann sich gehörig unter Druck setzen lassen.

Als Diamant weiterleben

Bis zu 60.000 Bar Druck sind nötig, um aus der Asche eines Verstorbenen einen Diamanten zu pressen. Zum Vergleich, auf der Erdoberfläche herrscht ein Druck von etwa einem Bar. Auch die Temperatur muss mit ungefähr 1.700° Celsius entsprechend hoch sein, damit im Laufe mehrerer Wochen ein Stein in der Größe von einem halben bis ganzen Karat entsteht. Der rohe Stein kann anschließend wie jeder andere auch geschliffen und zu einem Schmuckstück verarbeitet werden. Rechtlich handelt es sich dabei ein wenig um eine Grauzone, allerdings wird dem Wunsch des Verstorbenen, sofern er eine Diamantbestattung bestimmt hat, im Grunde nachgekommen. Preislich beginnt die Brillantwerdung bei knapp 4.000 Euro. In Deutschland wird die Diamantbestattung, neben weiteren Arten der Beisetzung, etwa von GBG Bestattungen durchgeführt.

Skurrile Urne

Ernsthaft bizarr mag dagegen die Erfindung eines holländischen Designers erscheinen. Mark Sturkenboom hat mit „21 Grams“ eine Box entworfen, die einen Dildo enthält, in den man die Asche seines Liebsten einfüllen kann. Auch wenn man den expliziten Gebrauch nur erahnen kann, so lässt das Zubehör wenig Spielraum für Missinterpretationen: Der ansteckbare MP3-Player für den „gemeinsamen Song“ und ein Duftzerstäuber für „seinen Geruch“ sollen die Erinnerung perfekt machen. Auf seiner Webseite spricht Sturkenboom darüber, dass „in Zeiten der immer größer werdenden Möglichkeiten mit Körperprothesen eine Frage unbeantwortet bleibt: Ist das Dahinscheiden unvermeidbar?“ Was den Hinterbliebenen in der Urne betrifft, so ist die Antwort eindeutig „ja“, doch wenigstens die Witwe kann sich nun so ein Stück vertrauter Intimität behalten.

Nichts hält ewig

Auch wenn beide Methoden über die Unausweichlichkeit des Todes hinwegzutäuschen versuchen, letzten Endes muss alles einmal vergehen. Auch die ältesten Diamanten, die nun schon ein Alter von über 3 Milliarden Jahren haben, wird es eines Tages nicht mehr geben. Allerdings sind das Zeiträume, die für Menschen außerhalb jeglicher Vorstellungskraft liegen. Daher scheint es angebracht, das Funkeln der Brillanten als ewiges Feuer zu sehen.

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